Wo gefeiert wird, bleibt oft der Müll zurück
NABU-Gruppe Wertheim beteiligt sich erneut am Ocean Cleanup Day – besonders die Halbinsel war stark vermüllt
Wertheim. Flaschen, Verpackungen und jede Menge Kleinteile: Auch in diesem Jahr hat die NABU-Gruppe Wertheim den Ocean Cleanup Day zum Anlass genommen, dem Müll entlang des Mains zu Leibe zu rücken. Seit vielen Jahren beteiligt sich die Gruppe an der Aktion und macht damit auf ein Problem aufmerksam, das direkt vor der Haustür beginnt.
Die Helferinnen und Helfer teilten sich in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe sammelte den Bereich von der Main-Tauber-Halle bis zum Löwengarten in Bestenheid ab. Die zweite Gruppe machte sich vom Löwengarten aus in Richtung Eisenbahnbrücke auf den Weg.
Dabei fiel den NABU-Helferinnen und -Helfern auch etwas Positives auf: Insgesamt scheint die Vermüllung entlang des Mainufers im Vergleich zu früher zurückzugehen. Ekkehard Ebert, Vorsitzender der NABU-Gruppe Wertheim, sieht darin auch einen Erfolg des zunehmenden Umweltbewusstseins in der Bevölkerung: „Wir möchten an dieser Stelle auch einmal ausdrücklich der Wertheimer Bevölkerung ein Lob aussprechen. Insgesamt finden wir heute deutlich weniger Müll als noch vor einigen Jahren. Das zeigt, dass viele Menschen bewusster mit ihrer Umwelt umgehen und ihren Abfall nicht einfach liegen lassen.“
Ganz verschwunden ist das Problem allerdings noch nicht. Besonders deutlich zeigte es sich auf der Halbinsel. Der Platz direkt am Main ist ein beliebter Treffpunkt und wird gerade in den warmen Monaten gerne zum Feiern genutzt. Leider bleibt dabei häufig nicht nur gute Stimmung zurück. Flaschen, Verpackungen und anderer Abfall werden achtlos liegen gelassen und müssen anschließend von anderen eingesammelt werden.
Besonders auffällig war die große Zahl der weggeworfenen Zigarettenkippen. Für Tarek Nasser, Vorstand der NABU-Gruppe Wertheim, ist das ein besonders ärgerlicher Aspekt der Vermüllung:
„Eine Zigarettenkippe ist eben nicht einfach nur ein kleines Stück Abfall. Sie enthält einen Kunststofffilter und zahlreiche Schadstoffe. Wenn sie am Mainufer liegen bleibt, besteht die Gefahr, dass diese Stoffe mit dem Regen in den Boden und letztlich auch ins Wasser gelangen. Dass wir bei einer solchen Sammelaktion so viele Kippen finden, sollte uns allen zu denken geben.“
Gerade weil die Halbinsel unmittelbar am Main liegt, sieht Nasser hier eine besondere Verantwortung der Besucher: „Wer hier seine Freizeit verbringt, sollte seinen Müll auch wieder mitnehmen. Das gilt ganz besonders für Zigarettenkippen. Sie gehören in den Abfall und nicht auf den Boden oder ins Wasser.“
Besonders gefreut hat sich die NABU-Gruppe über die Unterstützung von Nikolay Slivenko. Er lebt erst seit kurzer Zeit in Wertheim, hat aber bereits einen Blick für seine neue Umgebung entwickelt. Der Müll am Main stört ihn, weshalb er sich kurzerhand an der Aktion beteiligte. Seine beiden Söhne waren zunächst noch im Unterricht und kamen später ebenfalls dazu.
Gemeinsam wurde so wieder einiges an Abfall vom Mainufer entfernt. Zum Abschluss trafen sich die Helferinnen und Helfer noch auf ein Getränk im Löwengarten und ließen die gemeinsame Aktion ausklingen.
Der Ocean Cleanup Day zeigt dabei jedes Jahr aufs Neue: Müll, der eingesammelt werden muss, wäre Müll, der gar nicht erst in der Natur landen sollte. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass sich etwas bewegt. Weniger Müll bedeutet auch, dass das Bewusstsein für den Schutz der Natur wächst.

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