Wertheim. Für seinen außergewöhnlichen und langjährigen Einsatz im praktischen Wildtierschutz wurde Herr Ralf Kronmüller mit dem Umweltpreis 2025 der NABU Gruppe Wertheim ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt insbesondere sein intensives Engagement bei der Rettung von Rehkitzen während der sensiblen Zeit der Wiesenmahd im Frühjahr und Frühsommer.
Wenn die meisten Menschen noch schlafen, beginnt für Kronmüller bereits der Einsatz: Sehr früh am Morgen, oft noch vor Sonnenaufgang, macht er sich mit seinem Fahrzeug auf den Weg zu den gemeldeten Einsatzflächen. In enger Abstimmung mit Landwirten werden die betroffenen Wiesen systematisch abgesucht, bevor die Mäharbeiten starten.
Zentrale Unterstützung leistet dabei moderne Drohnentechnik. Mithilfe einer Wärmebildkamera überfliegt Kronmüller die Flächen aus der Luft. Die im hohen Gras regungslos liegenden Rehkitze — ihr natürlicher Schutzinstinkt bei Gefahr — sind vom Boden aus kaum zu erkennen. Aus der Vogelperspektive jedoch zeichnen sie sich durch ihre Körperwärme deutlich ab. Nach der Ortung werden die Jungtiere vorsichtig geborgen, in sichere Bereiche verbracht oder mit Schutzkörben gesichert, bis die Mahd abgeschlossen ist.
Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigt ein Blick auf die möglichen Folgen ohne vorherige Absuchung: Gerät ein Kitz in ein Mähwerk, erleidet es meist schwerste Verletzungen. Da die Tiere in den ersten Lebenswochen nicht fliehen, sondern sich instinktiv ducken, sind sie der Technik schutzlos ausgeliefert. Selbst wenn sie nicht sofort verenden, bedeutet eine Verletzung enormes Leid — verbunden mit Schmerzen, Stress und oft einem langsamen Verenden, falls keine rechtzeitige Hilfe erfolgt. Neben dem ethischen Aspekt stellt dies auch für die Landwirtschaft ein Problem dar, etwa durch Verunreinigungen im Futter.
Durch den unermüdlichen Einsatz von Ehrenamtlichen wie Kronmüller konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Rehkitze gerettet werden. Seine Arbeit erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern auch Organisationstalent, körperliche Belastbarkeit und große persönliche Opferbereitschaft — schließlich finden die Einsätze regelmäßig an Wochenenden und in den frühen Morgenstunden statt.
Die NABU-Gruppe betonte bei der Preisverleihung, dass Kronmüllers Engagement beispielhaft für gelebten Naturschutz vor Ort stehe. Gleichzeitig solle die Auszeichnung das öffentliche Bewusstsein dafür stärken, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirten und Naturschutz sei.
Mit dem Umweltpreis 2025 erhält Ralf Kronmüller nicht nur Dank und Anerkennung, sondern auch eine verdiente Bühne für ein Ehrenamt, das sonst meist im Verborgenen — und im Morgengrauen — stattfindet.
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